In Sarah Buckner’s solo exhibition Chances Are the mediumistic, the irrational, fabulous, invisible, and the romantic come to life. Her paintings – resulting from an intensive creative phase during recent months – capture emotions and moods that are difficult to put into words.
Sarah Buckner’s figures and narratives cannot be assigned to a clear world. They seem to be in between, not quite real and yet not wholly imaginary. Determined by a sensitive, watercolour-like treatment of oil resin paints, her works are a combination of photographic notes on places and situations that undergo a transformation into fantastic spheres. Their ambiguity captivates the viewer.
An essential part of the exhibition is not only the examination of personal and societal attributions, hopes and abysses, but also of the world of literature, fantasy and fables. In the group of works inspired by Lewis Carroll’s Through the Looking-Glass, the connection to individuality and romanticism is evident. Scenes full of childlike naivety mix with real cruelty and threatening darkness. In Pleroma (2019) an blank, mirror-like book is opened. Carroll’s Alice climbs through the mirror into another world, into the Behind, thus escaping reality. Books can open access to other worlds – but how can an empty book be read in which one reflects oneself? The play with the visible and the invisible, with illusion and disillusionment, is a paradox that Sarah Buckner addressees in her oeuvre, without pursuing the claim to enlightenment and uniqueness.


In Sarah Buckners Einzelausstellung „Chances Are“ wird das Mediumistische, das Irrationale, Fabelhafte, Unsichtbare und Romantische lebendig. Ihre Gemälde aus einer intensiven Schaffensphase der letzten Monate fangen Emotionen und Stimmungen ein, die nur schwer in Worte zu fassen sind. 
Sarah Buckners Figuren und Erzählungen sind keiner eindeutigen Welt zuzuordnen: Sie wirken wie in einem Dazwischen, nicht ganz real und doch auch nicht nur imaginär. Bestimmt von einer sensiblen, aquarellähnlichen Behandlung der Ölharzfarben, sind Ihre Werke die Vereinigung von fotografischen Notizen zu Orten und Situationen, die eine Transformation in fantastische Sphären durchlaufen, und die durch ihre Uneindeutigkeit den Betrachter in ihren Bann ziehen.
Wichtiger Bestandteil der Ausstellung ist nicht nur die Auseinandersetzung mit persönlichen und gesellschaftlichen Zuschreibungen, Hoffnungen und Abgründen, sondern auch mit der Welt der Literatur, der Fantasie und der Fabeln. In der Werkgruppe zu Lewis Carrolls Alice hinter den Spiegeln zeigt sich erneut die Verbindung zur Individualität und auch Romantik.  Szenen voll kindlicher Naivität vermischen sich mit realer Grausamkeit und bedrohlicher Dunkelheit. In Pleroma (2019) ist ein unbeschriebenes, spiegelartiges Buch aufgeschlagen. Carolls Alice steigt durch den Spiegel in eine andere Welt, in das Dahinter und entkommt so der Realität. Bücher können den Zugang zu anderen Welten eröffnen – wie aber kann ein leeres Buch gelesen werden in dem man sich spiegelt? Das Spiel mit Sichtbarem und Unsichtbarem, mit Illusion und Desillusion ist ein Paradoxon, das Sarah Buckner in ihrem Oeuvre thematisiert, ohne dem Anspruch auf Aufklärung und Eindeutigkeit nachzujagen.  

Text: Paulina Seyfried